Wenn der Profi das Aufhellen übernimmt, ist das teurer, geht aber schneller

Kaffee, Tee und Rotwein lässt die Zähne dunkler werden. Wer sie aufhellen möchte, kann es selbst machen oder vom Profi erledigen lassen. Je nach Variante kostet das Bleichen zwischen 50 und 500 Euro.

Nur Kinder haben natürlich weiße Zähne. Je älter Menschen werden, desto gelblicher wird ihr Gebiss. Denn der helle Zahnschmelz baut sich mit der Zeit ab und das darunter liegende, gelbliche Zahnbein kommt zum Vorschein. Das geschieht bei jedem Menschen unterschiedlich rasch, die Gene bestimmen mit, wie schnell der Schmelz ab ist.

Zähne werden auch dann rasch unansehnlich, wenn Sie viel Tee, Kaffee oder Rotwein trinken. Rauch von Zigaretten färbt das Gebiss gelblich-braun. All diese Gilb-Schichten können Sie mit einem Pulverstrahl entfernen lassen, bleichen brauchen Sie dann nicht. Ihr Gebiss kann aus verschiedenen Gründen einen Grauton haben:

  • Wegen einer Amalgam-Füllung
  • Aufgrund von Kalziummangel;
  • Zu viel Fluor;
  • Weil das Zahnmark abgestorben ist;
  • Aufgrund von Blutfarbstoffen oder
  • eingelagerten Antibiotika (Medikamente gegen Bakterien).

Ein Bleaching kann manche tief liegenden Verfärbungen entfernen. Sogar wenn Ihre Zähne von Natur aus gelblich oder grau sind, macht das Bleichmittel die Beißer blitzweiß.

Das Bleichmittel benutzen Frisöre zum Haarefärben

Bleaching hellt gesunde Zähne auf, jedenfalls in den meisten Fällen. Bei fünf Prozent der Behandelten bleibt allerdings alles beim Alten. Füllungen und Amalgam-Teile behalten generell ihre ursprüngliche Farbe. Haben Sie viele Füllungen aus Kunststoff im sichtbaren Bereich, könnte Ihr Gebiss nach dem Bleichen daher schnell wie weiß-gelb gefleckt aussehen. Ein Bleaching hält in etwa zwei Jahre lang, spätestens nach drei Jahren sind Ihre Zähne wieder dunkler.

Als Bleichmittel dient meistens Wasserstoffperoxid. Diese Substanz setzen auch Frisöre ein, wenn sie Haare färben. Die Chemikalie reagiert mit dem Haar oder mit der Zahnsubstanz und bricht die Farbstoffmoleküle entzwei: Das Gebleichte erscheint weiß. Je mehr Wasserstoffperoxid das Bleichmittel enthält und je länger Sie die Paste einwirken lassen, desto heller werden die Zähne.

Bevor Sie mit dem Bleichen beginnen, sollten Sie jedoch überlegen, ob Sie tatsächlich schneeweiße Zähne wollen - sie wirken schnell unnatürlich.

Bleaching zuhause

Sie können Ihre Zähne selbst bleichen: entweder mit Mitteln aus der Drogerie oder der Apotheke. Es gibt Streifen zum Aufkleben, Gel oder Lacke zum Aufpinseln sowie Pasten, die in vorgefertigte Schienen gefüllt werden können. Sie sind leicht zu handhaben, hellen aber nur schwach auf, weil sie relativ wenig Bleichmittel enthalten.

Die Streifen legen Sie pro Tag zweimal auf Ihre Zähne, jeweils etwa 30 Minuten. Diese Prozedur wiederholen Sie zwei Wochen lang. Ihre Zähne werden etwa ein halbes Jahr lang heller sein.

Eine andere Methode nutzt Gebissschienen aus Kunststoff. Sie liegen der Packung bei. Sie müssen sie selbst anpassen, was häufig mehr schlecht als recht gelingt. Die Behandlungsdauer ist dieselbe wie bei Methoden ohne Schienen. Sie können auch Ihren Zahnarzt nach Bleichmittel und passenden Schienen fragen. Er kann anhand Ihres Gebissabdrucks ein passendes Plastikstück anfertigen, das Sie mit Bleichgel füllen können. Diese Schiene sollten Sie zwei Stunden täglich tragen, etwa ein bis zwei Wochen lang.

Vor dem Bleichen sollten Sie Ihren Zahnarzt bitten, das Gebiss gründlich zu untersuchen. Bei Karies und Rissen im Zahnschmelz kann es Ihnen passieren, dass die aggressive Chemikalie bis zu den Zahnnerven vordringt: Das schmerzt und ist nicht gesund. Am besten lassen Sie Ihr Gebiss zuvor noch professionell reiningen.

Bleaching vom Profi

Für das so genannte In-Office-Bleaching gehen Sie in eine Praxis und lassen Ihre Zähne von einem Profi bleichen: Der verwendet Pasten, die mehr Bleichmittel enthalten als die frei verkäuflichen Gele. Deshalb werden Ihre Zähne schneller hell als mit den Mitteln aus der Drogerie.

Bevor die Dentalhygienikerin das Gel aufträgt, schützt sie Ihr Zahnfleisch mit einem Überzug aus Gummi. Je nachdem, wie hoch das Bleichmittel dosiert ist und wie stark Ihre Zähne verfärbt sind, muss die Paste etwa 15 bis 30 Minuten einwirken. Diese Zeit lässt sich verkürzen, wenn gleichzeitig Licht auf die Zähne scheint, deshalb nutzen manche Profis zusätzlich eine spezielle Lampe. Ist das Gel entfernt, werden Ihre Zähne poliert und mit Fluor behandelt. Sonst kann die leicht angeraute Zahnoberfläche Schaden nehmen. Schon nach einer Sitzung werden Sie weißere Zähne haben. Damit der Effekt anhält, sollten Sie noch zweimal nachbleichen lassen.

Bei Bleaching-Studios sollten Sie bedenken, dass dort meist keine Zahnärzte arbeiten. Die Mitarbeiter werden Sie möglicherweise nicht auf Karies, freiliegende Zahnhälse, Schmelzrisse oder andere Probleme aufmerksam machen.

Lassen Sie sich das Gebiss von einem Arzt bleichen, wird er wahrscheinlich zunächst nachsehen, warum Ihre Zähne dunkler geworden sind. Je nach Ursache wird er die Art, die Konzentration und die Behandlungsdauer festlegen. Zudem können Sie die gewünschte Zahnfarbe genau bestimmen. Anhand einer Skala können Sie sehen, welche Färbeergebnisse bei Ihrem Gebiss möglich sind.

Auch abgestorbene blaue Zähne können strahlen

Abgestorbene Zähne verfärben sich mit der Zeit: Erst werden sie hellgrau, später mittelgrau, schließlich dunkel-bläulich. Das liegt daran, dass der Nervenkanal bei der Wurzelbehandlung gefüllt wurde. Dieses Material scheint mit der Zeit durch. Bleaching behebt das Problem, allerdings muss der Zahn dafür geöffnet werden, weil das Füllmaterial mit gebleicht werden muss.

Der Arzt presst das Bleichmittel durch ein Loch in der Krone in den Zahn hinein. Vor dem Bleichen wird die Ärztin Ihre Wurzelkanäle mit einer Füllmasse abdichten. Sonst könnte die aggressive Chemikalie in den Kiefer gelangen. Nach dem Bleichen muss die Krone wieder verschlossen werden, damit das Bleichmittel nicht heraus quillt. Diese so genannte Walking-Bleach-Methode nutzt Pasten mit relativ wenig Bleichmittel, deshalb werden Ihre Zähne erst nach etwa drei bis fünf Tagen sichtbar heller. Sie sollten sich auf mehrere Sitzungen einstellen.

Risiken

Das Bleichmittel kann tief in den Zahn eindringen und Nerven reizen, wenn Sie faule oder rissige Zähne haben. Deshalb sollten Sie Ihre Zähne vor dem Bleaching kontrollieren lassen. Die Substanz kann das Gebiss vorübergehend auch empfindlicher machen: Füllen Sie hin und wieder Paste für sensible Zähne in die Schienen.

Leiden Sie unter empfindlichen Zahnhälsen, kann die Bleichsubstanz das Zahnbein weicher und porös machen. In diesem Fall sollten Sie Streifen verwenden, die Sie nur auf den Zahnschmelz legen. Sogar der Schmelz selbst wird kurzfristig angegriffen, er kann spröder und kariesanfälliger werden. Erst zwei Wochen nach der Behandlung ist der Zahn so hart wie zuvor.

Sitzt die Gel-Schiene nicht exakt, kann Bleichmittel herausquellen, das reizt das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut. Die meisten Produkte enthalten Peroxide. Reagieren Sie auf diese Substanzen allergisch, sollten Sie das Bleaching grundsätzlich lassen.

Haben Sie Amalgam-Füllungen, kann das Bleichmittel Quecksilber freisetzen. Um sicher zu gehen, können Sie die Oberfläche der Füllung mit einem speziellen Lack versiegeln. Füllungen ausKunststoff werden durch das Bleichmittel vorübergehend aufgeweicht und auf Dauer poröser - dann steht schneller eine neue Füllung an.

Kosten

Bleichmittel aus der Drogerie oder der Apotheke sind am billigsten, sie liegen zwischen 20 und 50 Euro. Es gibt Streifen zum Aufkleben, Gel zum Aufpinseln oder Pasten, die in vorgefertigte Schienen gefüllt werden können. Nach einem halben Jahr lässt der Aufhell-Effekt nach.

Haben Sie sich für eine frei verkäufliche Paste entschieden, wollen die Bleichschiene aber von der Zahnärztin passend anfertigt haben, kostet Sie der Spass 200 bis 500 Euro. Möchten Sie hingegen die Präparate selbst kaufen, aber vom Arzt betreut werden, müssen Sie etwa mit 150 bis 250 Euro rechnen.

Ein professionelles Bleaching kostet zwischen 150 und 300 Euro pro Kiefer. Pro Zahn verlangen die Profis zwischen 70 und 120 Euro. Die Zähne werden nach zwei bis drei Jahren wieder dunkel.

Wollen Sie einem grauen, abgestorbenen Zahn zu heller Farbe verhelfen, müssen Sie mindestens 50 Euro zahlen. Je dichter der Arzt den Beißer nach dem Bleichen verschließt, desto länger bleibt er weiß.

Die Krankenkassen bezahlen grundsätzlich nichts: Bleichen dient nur der Schönheit, nicht der Gesundheit.

Expertenrat

stern.de-Experte Dr. med. dent. Catharina Zantner von der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Berliner Charité beantwortet Ihre Fragen.

Ist Bleachen schädlich?

Aus medizinischer Sicht ist gegen das Aufhellen der Zähne grundsätzlich nichts einzuwenden. Entscheidend ist, dass die Behandlung vom Zahnarzt betreut wird. Denn nur er kann erkennen, ob bei einem Patienten etwas gegen die Bleichtherapie spricht. Außerdem weiß nur er, welcher Wirkstoff für Ihr spezielles Anliegen der richtige ist. Während durch Wasserstoffperoxid und Carbamidperoxid keinerlei Gefahren drohen, wissen wir aus aktuellen Untersuchungen, dass Natriumchlorit nicht ganz unbedenklich für die Zahnhartsubstanz ist.

Welche Verfärbungen verschwinden durch das Bleichen?

Vor allem gelbe und braune Zahnverfärbungen, die durch Genussmittel wie Tee, Kaffee und Rotwein oder auch andere Lebensmittel entstanden sind, lassen sich problemlos mit einer Bleichtherapie entfernen. Aber auch Zähne, die grau oder bläulich verfärbt sind, zum Beispiel wegen eines Unfalls, durch Karies oder durch eine Wurzelfüllung, können häufig komplett aufgehellt werden. Bei diesen Zähnen kann man durch die Bleichtherapie meistens sogar auf eine Krone oder eine Verblendschale verzichten.

Welche Verfärbungen kann der Arzt nicht aufhellen?

Wenn sie durch Amalgamfüllungen entstanden sind. Sie sind meist grau oder schwarz.

Wie kann ich erfahren, ob nicht eine Zahnreinigung ausreichen würde?

Das kann nur der Zahnarzt feststellen. Erfreulicherweise haben Patienten nach einer erfolgreichen Bleichtherapie häufig auch mehr Interesse für ihre Zahngesundheit. Sie pflegen ihre Zähne besser und gehen regelmäßiger zu Prophylaxe- und Zahnarztterminen.

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